Arthritis – Krankheit oder Sammlung von Symptomen?

Unter einer rheumatischen Erkrankung (und dazu zählt auch die Arthritis) fasst man heute viele verschiedene Ausprägungen einer körperlichen Störung zusammen.

Ganz vereinfacht gesagt: Rheuma bedeutet Entzündungen im Körper. Diese Entzündungen sind aber - im Gegensatz zu bspw. einer entzündeten Wunde - nicht durch eine Infektion entstanden. Sie können deshalb auch nicht mit Antibiotika behandelt werden.

Entzündungen und ihre Verursacher

Der Auslöseimpuls für die Aktivierung des Immunsystems kann vieles sein: beschädigtes Körpergewebe durch Strahlung von außen (Sonnenbrand ist eine Entzündungsreaktion), starker Druck auf Körperteile, aber auch Infektionen mit Bakterien oder Viren.

Was es auch immer war: das Immunsystem läuft auf Hochtouren und greift die Störung an – eine Entzündung entsteht. Das, was wir Entzündung nennen, ist ein hochkomplexer Vorgang mit hunderten von körpereigenen Vorgängen und beteiligten Faktoren, die alle ineinander greifen und nur ein Ziel haben: den ursprünglichen Auslöser der Entzündung zu beseitigen.

Aber diese unter dem Namen Rheuma zusammengefassten Entzündungen werden offensichtlich nicht durch zerstörtes Gewebe, sondern durch andere Mechanismen verursacht: sogenannte Autoantikörper.

Entzündungen durch Antikörper

Antikörper sind, stark vereinfacht gesagt, Markierungen für alles, was im Körper nicht in Ordnung ist. Sie führen an vorderster Front die vielen Teile dessen, was wir Immunsystem nennen, z.B. zu Entzündungsherden hin.

Das ist fast immer sinnvoll, weil es eine schnelle Reaktion des Körpers auf Krankheiten bewirkt. Manchmal jedoch richtet sich der Antikörper gegen normales, gesundes Körpergewebe und markiert es für eine Immunreaktion. Wir sprechen dann von Autoantikörpern, die Immunantwort ist deshalb die Autoimmunreaktion.

Man begreift heutzutage immer mehr, dass viele Krankheitssymptome von einer solchen Autoimmunreaktion erzeugt werden. Ein gutes Beispiel ist der Heuschnupfen (der ja – wie jeder weiß – kein Schnupfen ist, sondern durch Antikörper hervorgerufen wird, die sich auf eingeatmete Pflanzenpollen stürzen).

Aber auch viele andere Hautallergien und sogar schwere Darmerkrankungen wie Morbus Crohn sind Autoimmunerkrankungen.

Was ist eine Arthritis?

Bei einer Arthritis sind immer ein oder mehrere Gelenke betroffen und entzündet. Aber wie oben erläutert kommt diese Entzündungen von innen. Die genannten Autoantikörper markieren offenbar (aus uns unbekannten Gründen) bevorzugt die Gelenkschleimhaut.

Dadurch werden entzündungsfördernde Stoffe ausgeschüttet, die wiederum (ganz vereinfacht gesagt) die Gelenkschleimhaut zum  Wachstum anregen. Letztlich sorgt dieses unkontrollierte Wachsen zu einer Beeinträchtigung und  in letzter Konsequenz zu einer Verhärtung des Knorpels bis hin zu Verknöcherungen. Aus der Arthritis ist eine Arthrose geworden (in diesem Artikel näher erläutert).

Arthritis oder Arthrose?

Das ist vor allem eine Definitionsfrage. Bisher ging man davon aus, dass die Arthrose vor allem durch Abnutzung des Knorpels hervorgerufen wurde, der dann an der Knochenhaut reibt und dadurch Entzündungen hervorruft.

Neuere Untersuchungen haben aber auch gezeigt, dass die Veränderung des Knorpels durchaus durch eine Entzündung ausgelöst werden kann – wie auch immer, der Zusammenhang zwischen beiden Erkrankungen ist größer, als bisher angenommen.

Was kann ich bei Arthritis tun?

Zur Bekämpfung der Arthritis gibt es nur wenige Möglichkeiten, die sich hauptsächlich auf Schmerzlinderung beziehen. Eine Unterstützung durch Bewegungstherapien ist sinnvoll, auch der Einsatz von Cortison als natürlicher Entzündungshemmer kann erwogen werden. Aber das bedeutet nur, die Symptome zu lindern.

Die eigentliche Therapie müsste die fehlgeleiteten Autoantikörper und die Autoimmunerkrankung in den Griff bekommen – und das ist im Moment noch nicht möglich.

Wir können aber versuchen, unser Immunsystem mit richtiger Ernährung zu beeinflussen, in erster Linie durch eine Umstellung der Essgewohnheiten:

  • Alles, was industriellen Zucker enthält, sollte weggelassen werden.
  • Eine reiche Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren ist wichtig. Diese findet man u.a. in fettem Fisch wie Lachs, Thunfisch oder Makrelen.
  • Auch verschiedene Saaten und Nüsse sind reich an Omega-3-Fettsäuren, wie z.B. Leinsamen oder Walnüsse.
  • Alles, was grün ist, gehört auf die Speisekarte: Salate, Gemüse. Sie enthalten viele Mineralien und sind arm an entzündungsfördernder Arachidonsäure.
  • Jeden Tag einen grünen Smoothie (z.B. mit etwas Brokkoli, Grünkohl, Gurke.. etc. – einige Beispiele sind auch auf unserer Seite)
  • Eine Gewürzkombination von Muskat, Kreuzkümmel und Koriander kann wie bei der Arthrose auch bei Arthritis helfen (Link zu einem Beitrag des NDR-Fernsehens). Die Gewürze gibt es auch als Kapseln in Arthrocumin (hier geht's direkt zum Produkt).

Weiterführendes

Weitere detaillierte Informationen zu Arthritis gibt’s beim Zentrum der Gesundheit

Eine sehr schöne Übersicht über alles, was man essen kann und sollte, hat der NDR